Ersatzneubau und Fahrbahnsanierung der Rudolf-Wissell-Brücke
auf der Autobahn A 100

Berlins Infrastruktur fit für die Zukunft machen.

Fragen und Antworten

Sie haben Fragen zum Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke, zum Ideenwettbewerb oder zur Fahrbahnsanierung?
Die DEGES hat für Sie die am häufigsten gestellten Fragen beantwortet und hier zusammengestellt.

Warum muss die Rudolf-Wissell-Brücke neu gebaut werden?

Die Brücke hat einen kritischen Zustand erreicht, ein Ersatzneubau ist notwendig. Wenn wir tatenlos zusehen würden, was passiert, dann dürfte die Brücke kurz- bis mittelfristig nur noch mit Einschränkungen zu befahren sein. Langfristig müsste die RWB für den Verkehr gesperrt werden. Die Lebensdauer der Brücke ist erreicht, da helfen keine Ausbesserungsarbeiten mehr.

Warum ist es nicht möglich die RWB zu sanieren?

Der einteilige Brückenüberbau und auch die exzentrische Pfeilerstellung der Brücke machen eine Sanierung auf herkömmliche Art und Weise sehr schwierig. Außerdem sind die herausfordernden Randbedingungen zu beachten. Zum einen liegt eine sehr hohe Verkehrsbelastung vor, zum anderen ist ein Teilabriss der Brücke nicht ohne weiteres möglich. Weiterhin befinden sich in der Nähe der Brücke die Schleuse Charlottenburg, eine Hochspannungsleitung sowie Kleingärten und Uferwege. Außerdem verlaufen unter der Brücke Gleise der Deutschen Bahn für Fern- und Nahverkehr.

Welchen Mehrwert hat eine neue Brücke?

Die DEGES macht die RWB fit für die Zukunft. Die Hauptstadt braucht eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur. Ein Neubau verbessert den Verkehrsfluss und erhöht die Verkehrssicherheit. Das heute aufgrund der wesentlich gestiegenen Verkehrsbelastungen anzusetzende Lastniveau lässt sich bei der bestehenden Brücke nicht nachweisen. Diese Mehrwerte sind nur über einen Ersatzneubau zu gewährleisten.

Besteht aktuell eine reelle Gefahr die Brücke zu überqueren?

Zurzeit liegen keine akuten Sicherheitsmängel vor. Die Brücke ist verkehrssicher.

Warum gab es einen Ideenwettbewerb?

Bei diesem Projekt gibt es keine Standardlösung, denn es ist in seiner Komplexität und den herausfordernden Randbedingungen einmalig. Die RWB ist anders als fast alle anderen Brücken in Berlin. Die Brückenlänge, die Konstruktion, die Verkehrsauslastung, die herausfordernden Rahmenbedingungen. Das alles zusammen erfordert ein hohes Maß an Kreativität, um die beste Lösung für diesen Standort zu finden. Aus diesem Grund hat die DEGES den Ideenwettbewerb gestartet.

Wann und wie fand der Wettbewerb statt?

Der Ideenwettbewerb wurde im Januar 2017 gestartet. Es wurden europaweit Ingenieurbüros und Arbeitsgemeinschaften eingeladen, sich an der Aufgabe zu beteiligen. Aus den Bewerbungen wurden sechs Büros ausgewählt, die erste Konzepte für den Ersatzneubau entwickeln sollten. Anschließend wurden die eingereichten Wettbewerbsbeiträge geprüft. Die besten drei Teilnehmer zogen daraufhin in die nächste Runde ein und vertieften ihre Lösungsvorschläge. Anfang Januar 2018 erfolgte die Abschlussprüfung. Voraussichtlich im Mai 2018 wird der Wettbewerbsgewinner bekannt gegeben.

Welche Arbeitsgemeinschaft hat gewonnen?

Das Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner (LAP). www.lap-consult.com

Wer hat über den Gewinner entschieden?

Ein Preisgericht entschied über den Gewinner des Ideenwettbewerbs. Es ist wie folgt besetzt: Vertreter des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur (BMVI), der Senatsverwaltung Berlin für Umwelt, Verkehr und Klima (SenUVK), der Wissenschaft und praktizierende Ingenieure sowie Vertreter der DEGES.

Worauf legte die Jury bei der Entscheidung besonderen Wert?

Ein ganz zentrales Wertungskriterium sind die geringstmöglichen Einschränkungen für den Verkehr während der Bauzeit. Der Ersatzneubau der RWB ist eine große Aufgabe, die in der Umsetzung mehrere Jahre beanspruchen wird. Es ist also von hoher Bedeutung, den hauptstädtischen Verkehr auf der A 100 so ungehindert wie möglich während der Bauzeit fließen zu lassen.

Weitere Wertungskriterien für die Jury waren u.a.: Projektdauer, Projektkosten, das Abbruchkonzept, Umweltverträglichkeit, Eingriffe in Anlagen Dritter.

Wie soll der Ersatzneubau konkret aussehen?

Es entstehen zwei nebeneinander verlaufende Brücken. Für jede Fahrtrichtung eine. Zuerst wird die Fahrbahn Richtung Norden separat neu gebaut und an das AD Charlottenburg herangeführt. Anschließend wird die neue Fahrbahn in Richtung Süden in Lage der alten Brücke errichtet.

Worin bestehen die Vorteile dieser neuen Verkehrsführung?

Durch die Auffächerung wird eine verbesserte Linienführung im Autobahndreieck Charlottenburg. Die Entzerrung der Zu- und Abfahrten ermöglicht eine Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Erhält die RWB mit einem Neubau auch mehr Fahrspuren?

Die Rudolf-Wissell-Brücke erhält einen breiteren Brückenquerschnitt als bisher. So stehen dem Verkehr in jede Richtung jeweils drei Fahrstreifen sowie ein verlängerter Einfädelungs- bzw. Ausfädelungsstreifen zur Verfügung, um die verkehrliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Gibt es weitere Verbesserungen?

Die Hohlkasten-Verbundbrücke ist wesentlich leichter als das bestehende Spannbetonbauwerk. Wir erwarten eine bessere Verkehrsführung, was dazu führt, dass die RWB leistungsfähiger sein wird, auch auf den Zu- und Abfahrten. Auch der Lärmschutz ist berücksichtigt und wird im Zuge des Neubaus verbessert.

Was passiert mit dem AD Charlottenburg?

Die Anbindung der RWB vom und zum AD Charlottenburg verläuft nach dem Ersatzneubau weitestgehend wie bisher. Die Zu- und Abfahrten sind jedoch besser auf die aktuellen Verkehrsströme abgestimmt. Eine Neuordnung des AD Charlottenburg hätte weitreichende Folgen für die Anwohnerinnern und Anwohner gehabt. Sie sind im Rahmen einzelner Wettbewerbsentwürfe sichtbar geworden, die sich (auch deshalb) nicht durchgesetzt haben.

Wie sahen die anderen Wettbewerbsentwürfe aus?

Die Entwürfe der letzten Runde waren nicht grundverschieden. In der ersten Runde haben sich Wettbewerbsteilnehmer auch mit anderen Planungsideen, beispielsweise einer Tunnellösung auseinandergesetzt. Die komplexen Rahmenbedingungen der RWB lassen eine solche Lösung aber nicht zu.

Wie wird die alte Brücke abgerissen?

Auf bzw. über dem bestehenden Überbau wird die neue Teilbrücke errichtet. Anschließend wird die Stahlkonstruktion angehoben und auf Hilfsstützen abgesetzt, sodass nun der Abbruch der Pfeiler beginnen kann. Die alte Brücke wird Stück für Stück abgebaut und nach unten gebracht. Wenn das erledigt ist, wird die Stahlkonstruktion abgesenkt. Sie bildet dann das Gerüst der neuen Brücke.

Wie wird die Verkehrsführung während der Bauphase aussehen?

Es stehen, bis auf wenige Ausnahmen, über die gesamte Bauzeit hinweg drei Fahrspuren pro Richtung für die RWB und zwei Fahrstreifen pro Richtung für die Rampen A 100 und A 111 zur Verfügung.

Inwiefern ist während der Bauphase der Fern- und Nahverkehr der Deutschen Bahn betroffen?

Es wird im Bauverlauf, insbesondere für Abbruch- und Verschubarbeiten, vereinzelt Sperrpausen geben. Darüber wird frühzeitig informiert.

Wird es während der Bauzeit zum Dauerstau kommen?

Nein. Das können wir aus heutiger Sicht weitgehend ausschließen. Denn während der Verkehr so wie heute über die RWB fließt, bauen wir eine neue Brücke, die später dann die Richtungsfahrbahn Nord sein wird. Erst wenn dieser neu entstandene Brückenüberbau für den bauzeitlichen Verkehr freigegeben ist, wird die alte Brücke abgerissen. So kann der bauzeitliche Verkehr über die neue Brücke geführt werden.

Welche Auswirkungen haben die Arbeiten auf die Umwelt?

Die Auswirkungen sind Teil der jetzt anstehenden vertiefenden Planungen. Es wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt.

Ab wann ist voraussichtlich mit der Realisierung des Ersatzneubaus zu rechnen?

Ein Baubeginn lässt sich heute nicht verlässlich prognostizieren, wird aber keinesfalls vor 2022 erfolgen. Bis dahin werden die Planungen auf Basis des Siegerkonzepts weiter vertieft sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung und danach ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt.

Kann sich der Zustand der bestehenden Brücke bis dahin verschlechtern, sodass sie evtl. nicht mehr passierbar ist?

Nein, es deutet derzeit nichts darauf hin, dass die RWB in diesem Zeitraum derartige Schäden aufweist. Das Bauwerk wird durch Fachleute regelmäßig auf Schäden überprüft.

Kann sich dieses Datum noch verschieben? Wenn ja, wodurch?

Die Realisierung der Baumaßnahme ist abhängig von der Erlangung des Baurechts. Bei Erfordernis eines Planfeststellungsverfahrens lässt sich dessen Dauer nicht seriös einschätzen.

Wie teuer wird die neue RWB?

Rund 200 Mio. EUR brutto

Wer übernimmt die Kosten?

Der Bund